Was ist Johanniskraut?

Die Blüte einer Johanniskraut-Pflanze

Die Blüte einer Johanniskraut-Pflanze

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine Pflanze, die auf viele unterschiedliche Weisen medizinische Verwendung findet. Es verdankt seinen Namen der Blütezeit um den Johannistag (24.Juni) und wird schon seit über 2000 Jahren von Heilkundigen geschätzt. Im Mittelalter sollte das Johanniskraut zur Sonnenwende böse Geister vertreiben. Im Winter brachte es Sonne in die dunklen Gedanken der Menschen und wirkte stimmungsaufhellend. Der antidepressive Effekt wird heute sogar in der Schulmedizin eingesetzt. Das Echte Johanniskraut kommt aus der Gattung der Johanniskräuter (Hypericum), die auch Hartheu genannt werden. Johanniskraut ist in Europa, Nordafrika und Nordasien zu finden. Es wächst vorzugsweise auf kalkhaltigem Boden an sonnigen Stellen. Sammler finden es häufig am Waldrand, am Wegrand und auf Böschungen. Auch in Gärten ist es zu sehen.

Johanniskraut ist eine mehrjährige Pflanze

Johanniskraut ist mehrjährig und wird bis zu einem Meter hoch. Die Pflanze bildet kleine ovale Blätter um den zweikantigen Stängel. Stängel dieser Form sind im Pflanzenreich sehr selten. Der obere Teil der Pflanze ist dicht verzweigt, mit Blättern, die in kleinen rötlich-braunen Punkten rotes Öl enthalten.

Das Johanniskraut blüht im Hochsommer goldgelb mit zahlreichen einzeln stehenden Blüten, die jeweils über fünf Blütenblätter verfügen. Die gelben Blütenblätter geben beim Zerreiben einen rötlichen Farbstoff ab. Die Frucht des Johanniskrautes ist eine kleine, ovale Kapsel, die eine Vielzahl an Samen enthält.

Welchen Wirkstoff enthält die Johanniskraut-Pflanze

Geerntet wird das Johanniskraut Ende Juni, wenn es in voller Blüte steht. Es kann am Vormittag, wenn der morgendliche Tau getrocknet ist, gesammelt werden. Verwertet wird die gesamte Pflanze. Aus den Blüten wird das Johanniskrautöl gewonnen. Es enthält den hauptsächlichen Wirkstoff Hypericin. Aus dem Kraut werden Johanniskraut Tee und Tinktur hergestellt. Es wird zu kleinen Bündeln gebunden und zum Trocknen an einem schattigen Ort kopfüber aufgehängt. Für helle Tiere ist das Johanniskraut giftig. Sind sie nach der Aufnahme der Pflanze der Sonne ausgesetzt, bilden sich Hautrötungen und Geschwüre (Fotosensibilisierung). In ausgeprägten Fällen tritt der Tod des Tieres ein. Für den Menschen ist Johanniskraut auch in einer hohen Dosierung nicht giftig.

Wo und wie wird die Pflanze eingesetzt?

Johanniskraut wird hauptsächlich in der Neurologie und Psychiatrie zur Therapie von Depressionen eingesetzt. Aber auch auf viele andere Organsysteme hat es einen positiven Einfluss. So zum Beispiel auf die Haut bei Neurodermitis oder als Hilfe bei Verdauungsstörungen im Magen-Darm-Trakt. Im Volksmund wird die Pflanze noch immer Blutkraut, Frauenkraut, Johannisblut, Mannskraft und Wundkraut genannt. Heute ist Johanniskraut sehr beliebt, da viele Patienten naturheilkundliche Medikamente bevorzugen.